St. Georgskirche Immenhausen

Baugeschichte

KircheIm190Die im südlichen Ortsteil gelegene Sankt Georgskirche erhebt sich auf dem Rücken der Bodenschwelle zwischen Brühlbach und Eichenbrunnengraben und beherrscht mit ihrem schlanken Turm das Ortsbild.

Immenhausen gehört von jeher zur Pfarrei Mähringen. Zusammen mit der Mutterkirche wird das Dorf 1534 reformiert. Eine im späten Mittelalter erbaute Kapelle zum Heiligen Georg wird 1508 erstmals erwähnt. Die spätgotische Kirche steht in einem zum Teil noch ummauerten ehemaligen Friedhof.

 

 

 

Der Turm wächst aus dem Chordach heraus, er geht vom Viereck in ein Achteck über und endet mit spitzem Zeltdach. 2017 wurden im Zuge einer Reparatur der Schäden des schweren Hagelgewitters vom 6. August 2013 die historische Schiefervertäfelung und die alten Schallläden rekonstruiert und die Turmuhren wieder an ihren alten Platz zurückversetzt.

  

Die auffällige Mauerstärke des hohen, spitzbogigen Chorbogens und der im Osten befindliche Turm lassen vermuten, dass hier ursprünglich ein Ostchorturm aus der Zeit um 1300 gestanden haben könnte.

Die Sankt Georgskirche ist eine rechteckige Saalkirche mit West-Empore und flacher Holzfelderdecke. Über dem schlichten, rundbogigen West-Portal befinden sich zwei Ovalfenster. Sie wurden bei einer barocken Erneuerung 1687 eingebrochen oder verändert. Eine geräumige Sakristei an der Nordseite wurde 1963 renoviert.

Aufällig ist ein über dem Kirchenschiff unter dem Dachstuhl eingeschobenes Zwischengeschoss aus Fachwerk, das durch kleine, ungeführ quadratische Fensterluken belichtet wird und an der Südseite einen Laufgang hat. Es diente als Kornspeicher.

Sehenswürdigkeiten

Altar und Kanzel stammen aus dem Jahr 1962, letztere mit einem geschnittenen Holzrelief „Sturm auf dem See Genezareth“ des Bildhauers Eduard Raach-Döttinger.

 

Der Taufstein stammt aus dem Jahr 1788.

An der Brüstung der Empore befinden sich sieben bemalte Holztafeln, die Christus und sechs Apostel darstellen. Sie wurden unter Anleitung des Genremalers und Kunstprofessors Jakob Grünenwald im Jahr 1880 von dem Kunstschüler H. Kraus gemalt.

Der Chor enthält vier helle Maßwerkfenster mit zierlichem Fischblasenmaßwerk.

Besonders schön ist im Chor das Sterngewölbe, dessen Felder mit Flammen und Blumen anmutig bemalt sind.

Die Renckewitz-Orgel (Information für Organisten)


Als Anfang der Sechziger-Jahre bei den Umbaumaßnahmen in der Kirche die Chor- und Seitenemporen entfernt worden waren, wollte man auf der verbleibenden Westempore möglichst viele Sitzplätze schaffen. Die alte Stieglitz-Orgel aus dem Jahr 1862 hätte darauf viel zu viel Raum eingenommen und wurde ausgemustert. Dem Orgelmacher Werner Emanuel Renckewitz (Nehren) ist im Jahr 1965 das Kunststück gelungen, ein äußerst platzsparendes neues Instrument zu konstruieren – es sei sein schwierigster Auftrag gewesen! Er hat auf 2m² Grundfläche eine zweimanualige Orgel mit 13 Registern untergebracht, im Orgelgehäuse befindet sich obendrein noch die Treppe zum Dachboden. Die größten Pfeifen wurden in das Empore-Podium verlegt, das Klanggut des 2. Manuals in das Untergehäuse der Orgel, der Spieltisch mit Organistenbank befindet sich an der Seite des Instruments über dem Treppenaufgang.